Korinnas Adventskalender 2005 / Christmas Calendar

 

19. Dezember

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. (Galater 5,22)

 

So einen ähnlichen Text hatten wir vorgestern bereits. Hier nun heißt es, daß all diese Dinge die Frucht des Geistes sind. Was bedeutet das? Gemeint ist damit der heilige Geist. Am 5. Tag in der Geschichte des alten Simeon war uns dieser Begriff bereits begegnet. Dort hieß es, daß heiliger Geist auf Simeon war. Gott, Jesus und den heiligen Geist nennt man die "Trinität". Wenn man Jesus in seinem Herzen hat, dann hat man zugleich auch heiligen Geist. Der heilige Geist in einem Menschen bewirkt nun Ė vorausgesetzt, der Mensch ist damit einverstanden und läßt es zu Ė daß dieser Mensch eben liebevoll zu seinen Mitmenschen ist und all die anderen Dinge ebenfalls.

Man ist das aber nicht automatisch, man muß es schon auch üben. Am besten übt man es, indem man Gott dabei um Hilfe bittet. Wenn Gott meine Gedanken lenkt, fällt es mir erheblich leichter, meinem Gegenüber etwa mit Geduld zu begegnen.

Lies doch alle diese Begriffe nochmals langsam der Reihe nach durch und denke über jeden einzelnen nach. Was hältst Du davon?

Die ersten alle klingen ja ganz gut und bestimmt erstrebenswert. Aber was ist mit dem letzten, mit der Enthaltsamkeit? Das ist doch wieder so ein typischer Begriff, an dem man sieht, daß die Christen keine Freude am Leben haben dürfen, oder?

Nein!! Wir Christen dürfen sehr wohl Freude am Leben haben. "Sich enthalten" bedeutet, daß man etwas nicht tut. Man kann es entweder gar nicht tun, oder man wartet noch ab. Am 12. Tag ist uns der Begriff "Lüste des Fleisches" begegnet und zwar im Zusammenhang damit, daß der Mensch tot ist durch seine Sünden. Natürlich hat auch ein Christ alle möglichen Gelüste. Schließlich sind wir ja ganz normale Menschen. Da Gott uns samt unserer Bedürfnisse geschaffen hat, weiß er genau, was wir empfinden.

Wir haben auch darüber nachgedacht, daß ein Baby noch nicht in der Lage ist zu warten. Es will jetzt und sofort, daß seine Gelüste gestillt werden und plärrt entsprechend.

Enthaltsamkeit bedeutet, daß ich mich als Christ nicht wie ein Baby benehme und meine Gelüste sogleich zu stillen versuche. Vielmehr denke ich zuerst darüber nach. Ich bin auch bereit zu warten. Hier ein paar Beispiele:

Es macht Spaß, etwas Delikates zu essen. Das ist auch ganz in Ordnung. Aber ich fresse mich nicht voll, bis mir schlecht wird. Das tut mir nicht gut, und das wäre auch Verschwendung.

Ich trinke gerne ein Glas Wein. Es können auch mal mehr werden, wenn ich in fröhlicher Runde bin. Aber ich betrinke mich nicht, um betrunken zu werden und damit meinen Alltag zu verdrängen. Ich lebe ja gerne, und ich möchte stets die Kontrolle über mein Handeln haben.

Wenn ich als Frau einen attraktiven Mann sehe, so kann ich mich an der Schönheit dieses Körpers durchaus erfreuen. Aber ich steig nicht gleich mit ihm ins Bett, um meinen Trieb zu befriedigen. Der Mensch besteht nämlich aus weit mehr als nur einem Körper. Ich möchte nicht einen anderen Körper nur benützen. Da steckt doch ein Mensch drin, ein Mensch, den Gott liebt.

Wenn die Motivation all unseres Handelns die Liebe ist, dann kommen die Früchte des Geistes fast automatisch, denn der Geist ist es ja, der uns befähigt in Liebe zu handeln.

 

But the fruit of the Spirit is love, joy, peace, patience, kindness, goodness, faith, gentleness and self-control. (Galatians 5,22)

A similar passage we already had the day before yesterday. Here it says that all these things are the fruit of the Spirit. What does that mean? It means the Holy Spirit. On the 5th day in the story of old Simon we had already come across this word. There we read that the Holy Spirit had been on Simon. God, Jesus, and the Holy Spirit together we call "Trinity". When having Jesus is our hearts, at the same time we also have the Holy Spirit in our hearts. Provided a person agrees and gives permission, the Holy Spirit in a personís heart enables this person to be patient and kind and good and all the other things as well.

This does not come automatically, it is a question of practise. The best way to practise is to ask for Godís help. When God guides your thoughts, it is a lot easier for you to meet your neighbour with patience.

Once more and slowly read all these words and think over each one of them. What is your impression?

The first ones sound well and recommendable. But what about the last one, what about self-control? Isnít that one of these typical expressions where you can see that Christians are not supposed to have fun in life?

No!! We Christians may very well have fun in life. Being "self-controlled" means that one is master over oneís actions. On the 12th day we had come across the words "sensuality" and "instincts" in connection with the fact that man is dead in his sins. Of course, Christians, too, have all kinds of desires and feel sensuality. After all we are very normal humans. God created us including all our instincts, and thus He precisely knows what we feel.

We also considered that a baby is not yet able to wait. It is not yet able to have control over his desires. He wants something right now, and therefor he screams.

Self-control means that as a Christian I donít behave like a baby, I donít insist on instantly meeting the desires of my body. I rather reflect upon them first. I am also willing and able to wait if this would do me better. Here are some examples:

It is fun to eat something delicate. That is all right. Yet I donít eat like mad until I feel sick. That is not good for my body, and it would also be a waist.

I enjoy drinking a glass of wine. At times when being in nice company there might be a few glasses. But I donít strive for getting drunk in order to forget the world around me. After all I enjoy living, and I want to keep control over what I do.

When Ė being a woman Ė I see an attractive man, I may enjoy the beauty of his body. But I donít right away go to bed with him in order to meet my lustful desires. This man consists of a lot more than a beautiful body. I donít just want to use another personís body. This is a human, a person whom God loves.

When the motivation of my acting is love, then the fruits of the Spirit almost come automatically, because it is the Spirit who enables us to act in love.

 


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